Häusliches Arbeitszimmer: Ermittlung der anteiligen Kosten und mehrere Tätigkeiten eines Pensionärs

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben oder Wer­bungskosten abgezogen werden, es sei denn, für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Aber auch in diesem Fall wird der Abzug auf 1.250 Euro jährlich begrenzt. Nur wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet, ist ein unbeschränkter Abzug möglich.[1] Auch sonst üblicherweise zu den Neben- bzw. Zubehörräumen zählende Räume, wie z. B. Kellerräume, können ein häusliches Arbeitszimmer bilden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.[2] Der Bundesfinanzhof[3] hat über die Frage der Ermittlung der anteiligen Kosten bei einem im Keller belegenen Arbeitszimmer entschieden.

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Aufbewahrungspflicht: Einbeziehung von Kapitaleinkünften

Auch Privatpersonen mit Überschusseinkünften müssen ggf. gesetzliche Aufbewahrungspflichten beachten. Insbesondere bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit oder Vermietung und Verpachtung müssen Auf­zeichnungen und Unterlagen über die diesen Einkünften zugrunde liegenden Einnahmen und Werbungs­kosten grundsätzlich 6 Jahre aufbewahrt werden, wenn die Summe der betroffenen positiven Einkünfte 500.000 Euro[1] im Kalenderjahr übersteigt. Die Pflicht zur Aufbewahrung beginnt dann im Folgejahr und endet erst, wenn die Einkunftsgrenze 5 Jahre in Folge nicht überschritten wurde (vgl. § 147a AO).

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Aufstockung des Investitionsabzugsbetrags zulässig

Für geplante Investitionen können kleine und mittlere Betriebe[1] bereits drei Jahre vor der Anschaffung oder Herstellung eines beweglichen Wirtschaftsguts (z. B. Kfz, Maschine) bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd berücksichtigen, wenn sie einen sog. Investitions­abzugsbetrag in Anspruch nehmen. Im Ergebnis wird damit die steuermindernde Wirkung der Abschrei­bungen vorgezogen. Die Finanzverwaltung[2] war bisher der Auffassung, dass die Entscheidung darüber, in welchem Umfang der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird, einmalig und endgültig im Jahr des Abzugs getroffen werden muss.

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Überprüfungsarbeiten als steuerbegünstigte Handwerkerleistungen

Für Aufwendungen im Zusammenhang mit Reparatur-, Instandsetzungs- oder Wartungsarbeiten in einem privaten Haushalt kommt eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 % der Arbeitskosten in Betracht; die höchstmögliche Ermäßigung der Einkommensteuer beträgt 1.200 Euro jährlich (§ 35a Abs. 3 EStG). Voraussetzung ist insbesondere, dass die Zahlung der Handwerkerrechnung unbar auf das Konto des Dienst­leisters erfolgt ist.

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Verpflegungspauschalen bei doppelter Haushaltsführung im „Wegverlegungsfall“

Ist die Familien- bzw. Hauptwohnung zu weit für arbeitstägliche Fahrten entfernt und wird daher am Be­schäftigungsort ein zweiter Haushalt unterhalten, liegt steuerlich eine sog. doppelte Haushaltsführung vor. Wöchentliche Heimfahrten (in der Regel mit der Entfernungspauschale) sowie die Kosten für die Unter­kunft sind dann als Werbungskosten abzugsfähig (vgl. § 9 Abs. 1 Nr. 5 EStG). Innerhalb der ersten drei Monate nach Begründung einer doppelten Haushaltsführung können auch die für Auswärtstätigkeiten vor­gesehenen Verpflegungspauschalen in Anspruch genommen werden (vgl. insbesondere § 9 Abs. 4a Satz 12 EStG). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass man sich erst nach einer gewissen Zeit hinsichtlich der Verpflegung auf die neue Situation eingestellt hat. Die Finanzverwaltung hat daher den Abzug der Verpflegungspauschalen abgelehnt, wenn die bisherige Wohnung am Beschäftigungsort beibehal­ten wird und die doppelte Haushaltsführung dadurch entsteht, dass der Familienwohnsitz wegverlegt wird (sog. Wegverlegungsfall).[1]

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Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte bei Selbständigen

Arbeitnehmer können für ihre Fahrten mit dem eigenen PKW zwischen Wohnung und erster Tätigkeits­stätte grundsätzlich nur die Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer als Werbungs­kosten abziehen. Um eine Ungleichbehandlung zu vermeiden, gilt das sinngemäß auch für Gewerbe­treibende, Freiberufler und andere Selbständige. Sie können für ihre Fahrten zwischen Wohnung und (erster) Betriebsstätte ebenfalls grundsätzlich nur die Entfernungspauschale als Betriebsausgaben abziehen; der die Entfernungspauschale übersteigende Teil der Fahrzeugaufwendungen wird als nichtabzugsfähige Betriebsausgabe behandelt (vgl. § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG). Aufwendungen für Fahrten zu weiteren Betriebsstätten können dagegen unbeschränkt als Reisekosten geltend gemacht werden.

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Freiberufler-Gemeinschaft mit (geringfügigen) gewerblichen Einkünften

Schließen sich Freiberufler (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte) zu einer Personengesellschaft (insbesondere als GbR oder Partnerschaft) zusammen, wird die Gesellschaft regelmäßig nicht gewerbesteuerpflichtig. Diese erzielt weiterhin Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit (§ 18 EStG), wenn alle Gesellschafter die Merkmale eines freien Berufs erfüllen sowie leitend und eigenverantwortlich tätig sind.

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